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Waldfest

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Einmal im Jahr, wenn die kalten Wintertage langsam aber sicher den Frühlingsgefühlen weichen, macht sich der Posaunenchor auf den Weg - mit Sack und Pack, Kind und Kegel geht es in den Wald. Wie gut, dass Uli, unser Jäger einen Vier-rad-getriebenen hat und Reinhold und Achim wie immer schon alles vorbereitet haben.

Die Tradition besteht, so sagen die Gerüchte mancher der Jüngeren schon seit Menschengedenken. Die Älteren und mit den tieferen Weihen vertrauten mutmaßen, dass es wohl schon bald 40 Jahre seien. Einer meint ganz überzeugt, das Jahr 1973 als Startjahr nennen zu dürfen. "Und in die Hütte dürfen wir sowieso nur, weil wir schon so lang jedes Jahr dabei sind."

Wohl zwei Kilometer entfernt, vom Parkplatz auf dem Saurucken liegt die Waldarbeiterhütte wunderbar idyllisch. Der Weg dorthin über viel Schnee und Eis - aber eine warme Hütte wartet - und der erste Sonnenschein seit Wochen. Die Kinder toben sich aus und sind klatschnass manche von Kopf bis Fuß und mancher Schneeball hat sein Ziel doch durchaus heftig gefunden.

Es tut gut, nach den vielen Einsätzen der Weihnachtszeit, der Generalversammlung und vielen Proben wieder einmal Zeit für die gesellige Seite zu haben und die Bläser auf einer ganz anderen Ebene zu erleben. Das Sauerkraut dampft im Topf, frisches Bauernbrot steht auf den Tischen, verschiedenste Würste und Kesselfleisch - alles ist bereit und wird ratzeputz vertilgt. Ein Bier zum Nachspülen und im Bedarfsfall ein Schluck Wein oder gar ein Schnaps regen die Verdauung an.

Nur mit dem angekündigten Fußballspiel, das angeblich unter allen Bedingungen stattfindet, war es dieses Jahr nichts. Vielleicht ist doch macher der Bläser in die Jahre gekommen und mancher legt Wert darauf mit heilen Bändern und Knochen wieder in den Alltag der Gemeinde, Arbeit und Familie zurückzukehren.

Und dann bleibt noch die Frage, was halten die Hirsche im Gehege und die benachbarten Wildschweine von den eigentümlichen Klängen, die auf einmal mitten im Wald nicht mehr zu überhören sind. Aber hierüber breiten wir lieber den Mantel des Schweigens und hoffen auf ein neues und nach den oben genannten Zählungen wohl 38. Waldfest, das im Jahr 2010 wieder bei jeder Witterung stattfindet und wieder unter allen Bedingungen wohl in ein Fußballspiel ausarten wird - meinen manche - zumindest nach dem sie irgendwie wieder zu Hause angekommen waren.