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Home Musik & Kultur Kleine Weihnachtskantate

"Wir verkündigen euch große Freude"

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Kleine Weihnachtskantate von Klaus Heizmann

„Fürchtet Euch nicht!“ Selbst jetzt, gut vier Wochen später trällert unsere vierjährige Tochter Meggie manchmal noch die Töne vor sich hin und erklärt mir, wo nach den Kindern die Frauen einsetzen und dann auch noch die Männer – und das, obwohl sie selbst nicht einmal dabei war, sondern nur ihre beiden großen Schwestern beim Üben erlebt hat.

Die Aufführung der kleine Weihnachtskantate „Wir verkündigen Euch große Freude“ von Klaus Heizmann hat ihre Spuren hinterlassen und das nicht nur in den Köpfen unserer Kinder. Auch für unsere Gemeinde insgesamt war sie etwas Besonderes. Zu keiner Veranstaltung 2009 waren mehr Menschen in unserer Friedenskirche als zur Christvesper an Heilig Abend um 16:00 Uhr. Etwa 300 Personen füllten unseren Kirchenraum bis auf den letzten Platz.

Fast acht Wochen lang hatte sich der Chor aus etwa 20 Kindern und 25 Erwachsenen unter der Leitung von Donate Kolb auf dieses Ereignis sorgfältig vorbereitet und das im Jahr 1996 herausgegebene Werk einstudiert. Aus der Halbdistanz eines an der Instrumentalbegleitung Beteiligten (Gitarre) hatte ich den Eindruck, dass in dieser Probenzeit eine besondere Art von Gemeinschaft zwischen Kindern und Erwachsenen im Chor gewachsen ist. An der Aufführung war zu spüren, wie stolz die meisten Kinder waren, Teil eines solchen Projektes zu sein. Vielen Dank an Horst Rempp (Klavier), der schon in den Proben das Einstudieren der Stücke unterstützte, Marco-Raphael Hornung (Cajon), David Schumacher (Querflöte) und vor allem an Donate Kolb (Dirigentin), die dieses Projekt möglich gemacht haben und dafür sorgten, dass es ein echter musikalischer Leckerbissen wurde.

Klassische Vor- und Nachspiele von Allesandro Scarlatti, vier mit Inbrunst gesungene Weihnachtslieder, kurze Besinnungen zum Leitmotiv der Kantate aus 1. Johannes 4: „Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen“ und die sonore Stimme von Bernhard Cosman, der die vertrauten Worte der Weihnachtsgeschichte aus dem Lukasevangelium zu Gehör brachte, ergaben eine aus meiner Sicht sehr abwechslungsreiche und tiefgründige Feierstunde. Und auch wenn das Wetter für das anschließende Kurrende-Blasen des Posaunenchors auf dem Kelterplatz und am Samariterstift alles andere als prickelnd war, war dies meines Erachtens für viele ein wunderschöner Auftakt für den Heilig Abend 2009.

Jörg Finkbeiner