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Regio Aktiv Mai 2009

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Am 6. Mai fiel der Startschuss in die diesjährige Saison von RegioAktiv. In Herrenberg waren gut 30 Wanderfreudige und Interessierte beieinander, um sich von Eugen Schuker (Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Herrenberg) durch die Streuobstwiesen am Herrenberger Stadtrand führen zu lassen. Es war ein sehr informativer Vormittag, bei dem zumindest ich sehr viel gelernt habe.

Gleich nach dem Eintreten in die ersten Wiesen hat Eugen Schuker ein paar grundsätzliche Dinge erklärt: Streuobstwiesen sind Überbleibsel aus dem Mittelalter, als um alle Städte Obstwiesen gegen die Hungersnöte angelegt wurde, von denen die Bevölkerung ernten durfte. Viele dieser mittelalterlichen Obstwiesen wurden Bauland oder in Erwerbsanbau umfunktioniert. In Herrenberg ist ein großer Teil der Obstwiesen erhalten geblieben. Und diese sind (zumindest z.T.) als FFH-Schutzgebiete (Flora-Fauna-Habitat) ausgewiesen - zum Schutz der Magerwiesen (nicht der Obstbäume!).

Ein paar Schritte weiter konnten wir dann nebeneinander 3 völlig verschiedene Nutzungen der Streuobstwiesen sehen: eine Hochwiese, die 2 mal im Jahr für Viehfutter gemäht wird, mit großen ausladenden Obstbäumen; eine mittelhohe Wiese mit niederstämmigen Bäumen für den Erwerbsanbau, bei der auch um die Bäume ein kahler Ring war; und eine kurzgeschorene Wiese für den Freizeitbedarf (Grillen, Spielen ...). Das alles ist nur möglich durch die Bestandssicherung, denn eigentlich ist die erste Variante die gewünschte für das Schutzgebiet.

Im Weiteren gab es viele Fragen an Eugen Schuker von verschiedenen Obstsorten und deren Vor- und Nachteile, über Befruchtung durch Bienen und Wind (besonders interessant am Walnussbaum, der männliche und weibliche Blüten hat), bis hin zur Notwendigkeit von Schädlingsbekämpfung und dem Verhältnis von Schädlingen und Nützlingen.

Nach der Schleife durch die Wiesen sind wir noch den Bienenlehrpfad (in umgekehrter Richtung) zum Naturfreundehaus hoch gelaufen. Unterwegs kamen wir am Wildbienenhotel vorbei, an dem einige Bienen sehr geschäftig waren. Dort hat sich herausgestellt, dass ein absoluter Fachmann bei der Gruppe war, der selber schon ein Wildbienenhotel gebaut hat.

Oben angekommen teilte sich die Gruppe auf. Die einen wollten schnell zu ihren Autos und nach Hause. Die anderen aßen genüsslich im recht vollen Naturfreundehaus, um anschließend mit dem Bus oder zu Fuß nach Herrenberg zurückzukehren.

Aus meiner Sicht war es ein gelungener Auftakt in die RegioAktiv-Saison. Am 8. Juli geht es weiter in Entringen bzw. Pfäffingen.

Holger Meyer (Pastor der EmK Herrenberg)