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Anstoss Juli 2010

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"So kehre nun um zu deinem Gott, halte fest an Liebe und Recht und hoffe stets auf deinen Gott!" Hosea 12,7 (Schlachter 2000)

 Umkehren:

 Einige von uns haben sich daran gewöhnt, dass sich während des Autofahrens ab und zu eine angenehme Frauenstimme meldet: “Bitte bei der nächsten Möglichkeit wenden“! Auf diese Art teilt unser Navigationsgerät im Auto mit, dass wir versäumt haben, an der richtigen Seitenstraße abzubiegen. Wenn wir das vorgegebene Ziel erreichen wollen, werden wir uns darum bemühen, möglichst bald umzudrehen, und dann in die richtige Straße einzubiegen.

In unserem Text redet der Prophet Hosea zu seinen Zuhörern im Nordreich Israel. Das Volk des Nordreiches hat sich unter der Führung vieler Könige, die taten, was Gott nicht gefiel, weit von Gott entfernt. Die Traditionen werden wie immer gepflegt, man feiert sogar an den vorgeschriebenen Feiertagen die traditionellen Feste. Doch sowohl in der Politik wie auch in der Wirtschaft fragt keiner mehr nach Gottes Willen. Die Könige suchen sich mit den Ägyptern zu verbünden, um mit einem starken Partner an der Seite gegen die Bedrohung aus dem Norden aus Assyrien gerüstet zu sein. Niemand interessiert sich dafür, dass die Propheten im Auftrag Gottes vor jeder Verbindung mit den Völkern der Umgebung warnen. Genauso versucht im Alltag auf der Straße und auf dem Markt jeder den Anderen zu betrügen. Die Geldwechsler und Geldverleiher nehmen hohe Gebühren und Zinsen. Die Händler haben ihre Gewichte manipuliert, die Armen werden immer ärmer und die Reichen immer reicher. Viele verlieren durch Überschuldung Hab und Gut und geraten am Ende sogar in die Schuldsklaverei. Während sich der Niedergang und der Zusammenbruch des Nordreiches abzeichnet, ruft der Prophet zur Umkehr. „Kehrt um zu Eurem Gott, es ist noch nicht zu spät“. Doch die Leute sind so in ihrem Alltagsstress gefangen, dass der Mahner einfach nur stört und ignoriert wird.

Umkehr war nicht nur ein Thema zur Zeit des Hosea. Durch die ganze Bibel hindurch begleitet uns dieses Thema. Jesus predigt seinen Zuhörern: „Kehrt um und glaubt an das Evangelium“ (Markus 1,15). Letztlich will Gott uns Mut machen, auf seine Spur zu wechseln. Er streckt uns die offenen Arme entgegen.

Am deutlichsten kommt das im Gleichnis vom „verlorenen Sohn“ (Lukas15) zum Ausdruck. Der Vater blickt sehnsüchtig in die Ferne und wartet auf seinen Sohn. Als er den Heimkehrenden am Horizont sieht, hält ihn nichts mehr. Er läuft ihm entgegen und umarmt ihn trotz seiner stinkenden Kleider. Er macht sich sogar selbst schmutzig. So sehr freut er sich, dass sein Sohn zu ihm heim kommt.

Deshalb lohnt es sich für uns - so wie für den Autofahrer am Anfang - rechtzeitig zu wenden, um am Ziel anzukommen.

So bekehre dich nun zu deinem Gott, halte fest an Barmherzigkeit und Recht und hoffe stets auf deinen Gott! Hosea 12,7 (Luther)

 Thomas Haischt